Jenischer Kulturtag 2026

Sa, 19.09.26 14:00

Früher zogen Jenische in kleinen Familienverbänden durch das Land, um den Sesshaften ihre Arbeitskraft und handwerklichen Fähigkeiten anzubieten. Als Menschen mit eigenen Lebensweisen, einer eigenen Sprache und eigenständigen kulturellen Traditionen waren sie eine Minderheit, die schon früh diskriminiert und zur Sesshaftigkeit gezwungen werden sollte.

Im Nationalsozialismus wurden Jenische als sogenannte Asoziale verfolgt und ermordet. Doch auch nach 1945 bis in die jüngste Vergangenheit nahm die Unterdrückung und Gewalt kein Ende, etwa durch willkürliche Gefängnisstrafen oder Kindswegnahmen durch die Jugendwohlfahrt.
Die ihren Familien entrissenen Kinder wurden in anerkannten Institutionen systematisch gequält, geschlagen und erniedrigt. Ein dunkles Kapitel der Geschichte der Jenischen, das bis Mitte der 1980er anhielt und bis heute weiterwirkt.

Der zehnte Jenische Kulturtag fällt mit gleich mehreren Jahrestagen zusammen. Zum zehnten Mal treten die Jenischen Kulturtage gegen das Vergessen an und machen jenische Gegenwart und Vergangenheit sichtbar.
Vor zwanzig Jahren starb Romed Mungenast, der erste Jenische in Österreich, der sich öffentlich zu seiner Herkunft bekannte — sein Wirken prägt die Beschäftigung mit jenischer Geschichte in Tirol bis heute.

Vor fünfundzwanzig Jahren erschienen die von ihm herausgegebenen „Jenischen Reminiszenzen“, in denen jenische Stimmen erstmals selbst zu Wort kamen. Und vor fünfunddreißig Jahren wurde die Initiative Minderheiten gegründet, aus deren Arbeit auch das Jenische Archiv und die Kulturtage hervorgingen.
Vier Jubiläen, ein gemeinsamer Faden: das Eintreten für Sichtbarkeit, Anerkennung und Selbstbestimmung.

14:00 Uhr Kaffee & Kuchen
14:40 Uhr Begrüßung
15:00 Uhr Präsentation Buch „Jenische Reminiszenzen“
16:30 Uhr Was bleibt von Romed Mungenast?
18:00 Uhr Objekte und ihre Geschichte
durchgehend kleine Ausstellung zu Romed Mungenast
ab 19:30 Uhr Musik: Gedichte von Romed Mungenast & Jam Session

Eintritt frei